Kunterbuntes Haus

Buntes Haus LUBu

Aus einem bislang unscheinbaren Haus an der Unteren Reithausstraße ist ein farbenfrohes Graffiti-Kunstwerk geworden. Kunstgestalter Simon Löchner hat in Absprache mit der Bewohnerin Carmen Ingeborg Graf die Fassade umgestaltet. Das Haus ist im Jahr 1877 errichtet worden, steht aber nicht unter Denkmalschutz.

„Ich würde mein Haus direkt auch so machen“ und „Ich liebe dieses Haus und erfreue mich jedes Mal, wenn ich dran vorbeigehe“, so lauten nur zwei der zahlreichen positiven Kommentare, die nach dem Bericht über das bunte Haus an der Unteren Reithausstraße 7 auf der Facebook-Seite der Ludwigsburger Kreiszeitung gepostet worden sind.

Der Ludwigsburger Stadtplaner Martin Kurt hatte sich wenig begeistert von der farblichen Gestaltung gezeigt – und damit die Kritik von Lesern des Berichts auf sich gezogen. „Als ob wir keine dringenderen Probleme in Ludwigsburg hätten, um die man sich kümmert muss. Sieht einfach klasse aus“, schreibt eine Leserin. „Super“, findet eine andere Frau, und weiter: „Die Verwaltung sollte mal etwas lockerer werden. Zieht Euch mal bunt an, setzt ein Lächeln auf (man muss dazu echt nicht in den Keller). Die Welt ist grau genug, schön wenn jemand Farbe reinbringt und sei es, als Hausanstrich.“

„Eine bunte Stadt wäre viel schöner. Ich finde es toll. Schaut euch mal Burano, Venedig an“, so der Appell einer anderen Frau. „Die Verwaltung haut hohe Beträge für ‚Kunst‘ raus – und hier stört sie es?“, fragt sich ein Leser. Und ein anderer Ludwigsburger hakt nach: „Schon sehr lustig, dass die Stadt jahrelang alles vernachlässigt hat, was nördlich der Lindenstraße liegt und sich auf einmal für ein buntes Haus interessiert. Hätten die Anwohner nicht vor acht Jahren das Fest der Alten Schmiede ins Leben gerufen, wäre es mit der unteren Stadt mit Sicherheit nicht so bestellt, wie es jetzt aussieht. Die Verwaltung sollte sich um die wichtigen Probleme der Stadt kümmern und nicht dort anfangen, wo sie völlig versagt hat.“

Buntes Haus LUBu

Rückendeckung für Carmen Ingeborg Graf gibt es via Facebook auch aus der Nachbarschaft: „Wir wohnen direkt gegenüber von diesem Haus, hatten die wirklich große Freude, diesem Kunstwerk beim Entstehen zuzusehen und freuen uns nun jedes Mal beim Blick aus dem Fenster. So tolle Muster und fröhliche Farben, ein richtiges Geschenk für uns. Frau Graf hat es nicht so gemacht wie so viele andere Leute hier in der Unteren Stadt: altes Haus kaufen, abreißen, 0815-Neubau draufstellen und den am besten noch zu horrenden Preisen verscheuern. Sie hat das Haus so belassen und etwas richtig Schönes daraus gemacht“.

Quelle: Ludwigsburger Kreiszeitung, 1. Foto: factum/Granville, 2. Foto: Holm Wolschendorf

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